Wie setze ich gesunde Grenzen?

von 17. Oktober 2020Allgemein, Entscheidung, Persönlichkeit

Sei mutig und fange an, Dir selbst gesunde Grenzen zu setzen!

Grenzen (statt Verbote) sorgen für ein gesundes Leben.
Bild: Jim Linderman

Ein Prediger hielt die traditionelle Predigt über die irdischen Laster.

‚Wir sollten den ganzen Whiskey nehmen und ihn in den Fluss kippen!‘ Im hinteren Teil der Kirche stand eine kleine alte Dame mit einer Haube auf und rief: ‚Amen, Amen!‘, und setzte sich wieder hin.

Der Prediger lächelte und fuhr fort: ‚Und wir sollten all die Zigaretten nehmen und sie in den Fluss werfen!‚ Die kleine alte Dame sprang begeistert auf und rief: ‚Amen, Amen, Amen!‘, und setzte sich wieder hin.

Der Prediger brüllte aufgeregt: ‚Und wir sollten alle Klatschzeitschriften dieser Welt nehmen und sie in den Fluss schmeißen!‚ Und die kleine alte Dame stand auf und schrie:

‚Bruder, jetzt hast du aufgehört zu predigen und angefangen, dich einzumischen!‘

Keren mischt sich ein!

Ich weiß, dass es in meinem Thema heute vom Predigen zum Einmischen geht. In vergangenen Blogposts habe ich Dir erklärt, wie Du die ‚Schilder‘ oder Grenzen aufstellst, die Du brauchst, wenn Du mit anderen Menschen in Beziehung stehst.

Wenn Du Deine Gefühle und Bedürfnisse erkennst und mitteilst, hilfst Du anderen, Dich besser zu verstehen und mit der Würde und dem Respekt behandelt zu werden, die Dir zustehen! Heute möchte ich über die Grenzen sprechen, die Du im Umgang mit DIR SELBST setzen sollst!

Aufhören wollen reicht nicht aus!

Hast Du jemals die Entscheidung getroffen, mit etwas aufzuhören, weil es nicht gut für Dich ist?

Gesunde Grenzen sind wie ein inneres Stoppschild!
Bild: Dimitri Houteman

Rauchen?

Sachen auf Pump kaufen?

Big Macs bei McDonalds verschlingen?

‚Ja‘ sagen, wenn Du eigentlich ‚Nein‘ sagen willst?

Wie leicht war es, an dieser Entscheidung festzuhalten? Wenn es Dir so geht wie mir, dann war es wohl nicht so einfach! Hast Du Dich jemals gefragt, warum das so ist und was das mit Deinen inneren Grenzen zu tun haben könnte?

Gesunde Grenzen als Schlüsselkompetenz

Du würdest mir vielleicht zustimmen, dass ein außer Kontrolle geratener Lebensstil alles andere als attraktiv ist, und doch hast Du womöglich Verhaltensweisen, Denkmuster und Einstellungen, die Dich immer wieder auf eine emotionale Abwärtsspirale schicken.

Wenn Du ein erfolgreiches Leben führen willst, solltest Du lernen, Deine eigenen Verhaltensweisen und Einstellungen kritisch unter die Lupe zu nehmen und gesunde Grenzen für Dich selbst zu setzen. Es ist eigentlich das beste Übungsfeld, um zu lernen, wie Du später gesunde Grenzen auf anderen Menschen setzen kannst. Du bist 24 Stunden am Tag um dich selbst – es gibt reichlich Gelegenheit zum Üben!

Was sind einige der häufigsten ‚bösen Buben‘?

ERNÄHRUNG: Ein kurzer Blick in den Spiegel genügt für viele von uns, um den offensichtlichsten Mangel an gesunden Grenzen in unserem eigenen Leben zu erkennen: unsere Essgewohnheiten. Gönnst Du Dir zu viel von den Lebensmitteln, von denen Du weißt, dass sie nicht gesund für Dich sind und trägst am Ende das Ergebnis überall mit Dir herum?

GELD: Gibst Du regelmäßig mehr aus, als Du Dir leisten kannst und/oder vernachlässigst Du Verantwortlichkeiten, um Dir ‚Neues‘ zu gönnen? Haben Deine überhöhten Ausgaben zu unangenehmen Folgen in Deinem Leben geführt?

ZEIT: Gehst Du zu vielen Aktivitäten nach, hältst Dein Leben super beschäftigt und vernachlässigst Dein eigenes Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung? Erlebst Du die Folgen von anhaltender Verspätung, Zögern oder zwanghaftem Überengagement?

GEDANKENMUSTER: Erlaubst Du Dir, hasserfüllte und demoralisierende Selbstgespräche zu führen?

ALKOHOL- UND DROGENMISSBRAUCH: Nimmst Du Substanzen zu dir, die Dir die Fähigkeit zur Reflexion und zum Treffen solider Entscheidungen nehmen?

SEXUALITÄT: Beteiligst Du Dich an Aktivitäten, die riskant, zwanghaft und potenziell schädlich für Deine Beziehungen sind und ignorierst konsequent die Grenzen, die Du brauchst, um körperlich und emotional gesund zu bleiben?

Warum ist es so schwer, sich selbst gesunde Grenzen zu setzen?

Alles was Du tust, ob es gut oder schlecht für dich ist, ist eigentlich nur ein Versuch, Deine Bedürfnisse zu befriedigen. Erst wenn Du herausfindest, WARUM Du etwas tust, kannst Du daran arbeiten, deine Bedürfnisse auf eine gesunde Art und Weise zu befriedigen. Lass mich einige Bereiche im Detail betrachten:

NAHRUNGSMITTEL:
Ich brauche: Trost, Belohnung, Entspannung, Freude, Freiheit, Liebe, Rache.
Dadurch entstehen aber neue, UNBEFRIEDIGTE BEDÜRFNISSE: Selbstvertrauen, Partnerschaft, Frieden, Komfort, Gesundheit

GELD:
Ich brauche: Belohnung, Freude, Trost, Wertschätzung, Spannung, Herausforderung, Liebe
Neue UNBEFRIEDIGTE BEDÜRFNISSE: Frieden, finanzielle Sicherheit, Platz (wegen zu vielen Besitz), Freiheit

ZEIT:
Ich brauche: Aufmerksamkeit, Anerkennung, Status, Wertschätzung, Liebe
Neue UNBEFRIEDIGTE BEDÜRFNISSE: Frieden, Entspannung, Balance, Gesundheit

Erst wenn Du weißt, was Du eigentlich brauchst, kannst Du damit beginnen, die ungesunden Kompromisse zu identifizieren, die Du eingehst, wenn Du Dein eigenes Grenzsystem überschreitest!

Die richtige Erfüllung von Bedürfnissen erzeugt keine neuen unbefriedigten Bedürfnisse!

Wie kann ich anfangen, mir selbst bessere Grenzen zu setzen?

1. Identifiziere die Symptome:

Leidest Du unter Depressionen, Angst, Panik, Phobien, Beziehungskämpfen, Isolation, Arbeitsproblemen oder psychosomatischen Problemen? Diese wurzeln oft in der Unfähigkeit, gute innere Grenzen zu setzen.

2. Finde die Wurzeln:

  • Mangelnde Erziehung – vielleicht ist Dir nie beigebracht worden, wie Du Dir selbst gesunde Grenzen setzen kannst! Stattdessen hast Du die Funktionsstörungen derer nachgeahmt, die Dich ergezogen haben.
  • Belohnung für Destruktivität – viele Familien erleben Zusammengehörigkeit nur im Zusammenhang mit der Krankheit, Dysfunktion oder Sucht einer anderen Person in der Familie
  • Verzerrte Bedürfnisse – Welche Bedürfnisse versuchst Du mit Deinem derzeitigen Verhalten oder Deinen derzeitigen Denkmustern zu erfüllen, und funktioniert das wirklich für Dich?
  • Beziehungsangst – ein Mangel an inneren Grenzen macht es den Menschen leichter, Dich abzuweisen. Du scheust Dich vor Intimität und Verletzlichkeit, um ’sicher‘ zu bleiben.
  • Emotionalen Schmerz überdecken – unseren Schmerz mit unkontrolliertem Verhalten zu maskieren, hält uns davon ab, uns wirklich mit den Ursachen unseres Schmerzes auseinanderzusetzen.

3. Identifiziere den Grenzkonflikt:

Wirf einen ehrlichen Blick auf Dein Leben und finde heraus, für welche spezifischen Bereiche dir Grenzen fehlen (Ernährung, Geld, Zeit, Sexualität usw). Falls es Dir schwerfällt, kannst Du eine Person Deines Vertrauens um ehrliches Feedback bitten.

4. Übernimm Verantwortung für JETZT:

Auch wenn die Dinge in der Vergangenheit nicht Deine Schuld waren, kannst Du Verantwortung für künftige Entscheidungen übernehmen! Du bist in der Lage, Deine Zukunft positiv zu beeinflussen! Befähige Dich selbst, indem Du jetzt anfängst, gesunde Grenzen zu setzen!

5. Erkenne, dass Du Beziehungen und Verbindlichkeiten brauchst

Erlaube anderen, Dir zu helfen! Ein guter Freund, ein vertrauenswürdiges Familienmitglied, ein Berater oder ein Coach können Dir helfen, die Perspektive für jene blinde Flecken zu identifizieren, in denen es Dir an gesunden Grenzen mangelt.

Wie ich angefangen habe, gesunde Grenzen für mein Leben zu setzen

Bevor ich gelernt habe, mir gesunde Grenzen zu setzen!

Dies war mit Sicherheit der schwierigste Blog-Beitrag, den ich je schreiben musste, weil ich auch den Schmerz empfand, mir selbst auf die Füße zu treten! Jahrelang habe ich mich über gesunde Grenzen meiner Essgewohnheiten hinweggesetzt und fast 20 Jahre lang übergewichtig gelebt.

Meine Bedürfnisse nach Autonomie, Kontrolle, Belohnung und Bequemlichkeit führten dazu, dass ich schlechte Entscheidungen in Bezug auf mein Essen traf. Ich litt unermesslich darunter, dass mir nie gelang, schmeichelhafte Kleidung zu finden, weswegen ich mich immer schrecklich unsicher fühlte!

Ich setze jetzt gesunde Grenzen und fühle mich stark und leistungsfähiger!

Ich habe im Jahr 2013 das Programm, „Lebe Leichter“ entdeckt und es hat mein Leben komplett verändert! Als mir schließlich klar wurde, dass ich meine Bedürfnisse durch eine gesündere Lebensmittelauswahl und die Einhaltung eines Trainingsprogramms (Training als Belohnung für harte Arbeit oder als Stressabbau) befriedigen konnte, war ich in der Lage, abzunehmen und habe mein Gewicht in den letzten sechs Jahren gehalten.

Keine Diät wird jemals den Platz des Lernens einnehmen können, Deine Bedürfnisse zu erkennen und sie auf die RICHTIGE WEISE zu erfüllen!

Du bist Dein wichtigster Mensch!

Ich möchte Dich ermutigen, diese Reise HEUTE zu beginnen! Du bist deine wichtigste Person, und du bist es wert, gesunde Grenzen für dich selbst zu haben und diese zu verteidigen. Wenn Du bei diesem Prozess Hilfe brauchst, zögere nicht, Dich mit mir in Verbindung zu setzen, um Dich über meine Coaching-Pläne zu informieren! Ich mache Dir Mut, neue und gesunde innere Grenzen zu Deinem Wohl zu setzen!

Mein Link zur passenden Livesession: Vom Predigen zur Einmischung

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